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Gestaltung der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft
am Lessing-Gymnasium Neu-Ulm

A.    Leitsätze

Das 2009 erarbeitete Leitbild des Lessing-Gymnasiums Neu-Ulm ist die Basis für unsere Bildungs- und Erziehungspartnerschaft.
•    Für uns, die Schüler/-innen, Eltern und Lehrkräfte des Lessing-Gymnasiums, steht der Mensch im Mittelpunkt.
•    Wir Lehrkräfte vermitteln den Schülern mit Unterstützung der Eltern Wissen und Fertigkeiten.
•    Wir Schüler gestalten zusammen mit Lehrern und Eltern verantwortlich unsere Gemeinschaft.
•    Wir Eltern begleiten gemeinsam mit den Lehrern die Entwicklung der Persönlichkeit der Schüler.

B.    Schulspezifische Gegebenheiten

Das Lessing-Gymnasium Neu-Ulm ist ein naturwissenschaftlich-technologisches und sprachliches Gymnasium im Herzen Neu-Ulms. Mit 742 Schülerinnen und Schülern und 69 Lehrkräften im Schuljahr 2015/16  hat sich das Lessing-Gymnasium seinen familiären Charakter bewahrt. Gestärkt wird dieses Gemeinschaftsgefühl dadurch, dass in den sechs Gruppen der Offenen Ganztagsschule und in den drei gebundenen Ganztagsklassen fast 200 Schüler neben denjenigen, die regulär Nachmittagsunterricht haben, nachmittags betreut bzw. beschult werden. Die Schule ist deswegen vielen Kindern ein zweites Zuhause, was die Eltern maßgeblich entlastet.
Seit vielen Jahren sind sowohl die SMV als auch der Elternbeirat intensiv in die Schulentwicklung eingebunden und gestalten das Schulleben durch viele Aktionen und die Teilnahme an Klausurtagungen zur Schulentwicklung aktiv mit.

C.    Ziele und Maßnahmen  zur Umsetzung einer differenzierten Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft lässt sich in die vier Handlungsfelder Gemeinschaft, Kommunikation, Kooperation und Mitsprache gliedern.                                                                                 
Im Folgenden werden die einzelnen Handlungsfelder kurz beschrieben, des Weiteren schulspezifische Ziele benannt und Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele aufgeführt.

Handlungsfeld Gemeinschaft
 „Eine Gemeinschaft ist wie ein Schiff: Jeder sollte bereit sein, das Ruder zu übernehmen.“ Dieses Zitat von Henrik Ibsen zeigt, dass Gemeinschaft nur dann bestehen kann, wenn jeder Einzelne (Schüler, Lehrer und Eltern) Verantwortung dafür trägt.
Es reicht heutzutage zudem nicht mehr aus, die einzelne Schule als Solitär zu betrachten. Vielmehr muss sich die Schule harmonisch in die Bildungs- und Erziehungslandschaft der Region einfügen.


Ziele und Maßnahmen
Lehrkräfte, Schüler und Eltern können auf alle relevanten Informationen zugreifen:
◊ übersichtliche Homepage mit aktuellen Informationen an prominenter Stelle
◊ Zeitung „Wir am Lessing“ als wichtiges Informationsmedium
◊  Informationsabend für die kommenden Fünftklässler
◊  Informationsmappe für die Eltern der kommenden Fünftklässler
◊  Leitbild des Lessing-Gymnasiums (in der Aula)
◊  Lernstandsberichte zweimal im Jahr in der 5. bis 9. Jahrgangsstufe
◊  aktive Pressearbeit
Alle Gruppen in der Schule tragen ganz im Sinne von Henrik Ibsen zur Gestaltung des Schullebens bei
◊  Tag der offenen Tür, gestaltet von Lehrkräften, Schülern und Eltern
◊  Willkommensfest „KARIBU“ für die Schüler und Eltern der 5. Klassen
◊  Faschingseislaufen für die 5. Klassen
◊  Zahlreiche Aktivitäten der Tutoren und Tutorinnen für die 5. und 6. Klassen
◊  regelmäßige Klausurtagungen zur Schulentwicklung mit Lehrkräften, Eltern und Schülern
◊  Corporate Identity durch Schulshirt (SMV)
◊  Kooperativseminar der 8. Klassen zur Vorbereitung des Projektunterrichts
◊  Orientierungstage im Haus der Begegnung in Weißenhorn für die 9. Klassen
◊  Themenabende für Eltern und Schüler, organisiert durch den Elternbeirat
◊   aktive Beteiligung diverser AGs am Schulleben (Schülerzeitung, TUWas-AG, Robotikgruppen, Theatergruppen ...)
◊   Zahlreiche Aktivitäten der SMV (z.B. Nikolausbazar, Projekttage …)
◊   Chöre (Unterstufenchor, Mittelstufenchor, Oberstufen- und Lehrerchor sowie der ELFEN-Chor),
     Big Band mit Konzerten und Probentagen (Übernachten in der Schule, Bonlanden, Roggenburg)
◊  Gestaltung der offenen und der gebundenen Ganztagsschule durch die Betreuerinnen und Mentoren als eine „Familie“
◊   Sommerfest, gestaltet von Schülern, Eltern und Lehrkräften
◊   Schulschlussfeier mit Ehrungen für besondere Leistungen und Aktivitäten
Die Schule vernetzt sich mit Bildungsinstitutionen der Region:
◊  Vernetzung mit der Bildungsregion Neu-Ulm im Rahmen des BiSS-Projekts (Bildung durch Sprache und Schrift)
◊  Kooperation mit den umliegenden Grundschulen in der Sprachförderung
◊  Kooperation mit dem Psychologie-Lehrstuhl der Universität Ulm
◊  Intensive Kooperation mit örtlichen Unternehmen und Einrichtungen (Bereitstellung von Praktikumsplätzen etc.)

Anmerkungen und Ausblick
Bereits jetzt können Lehrkräfte, Schüler und Eltern auf alle relevanten Informationen zugreifen. Des Weiteren tragen alle Gruppen aktiv zur Gestaltung des Schullebens bei. Die Vernetzung der Schule mit weiteren Bildungsinstitutionen steht erst am Anfang, trägt aber im Bereich der Sprachbildung und der Vermeidung von Unterrichtsstörungen in Kooperation mit dem Psychologie-Lehrstuhl der Universität Ulm erste Früchte.

Handlungsfeld Kommunikation
Dieses Handlungsfeld umfasst die außerunterrichtliche Kommunikation von Lehrkräften, Schülern und Eltern. Aus dem Leitbild des Lessing-Gymnasiums und dem sich daraus ergebenden Selbstverständnis aller in der Schule beteiligten Parteien ergibt sich zwingend eine symmetrische Kommunikation, die zum Ziel hat, den Lern- und Entwicklungsprozess der Schülerinnen und Schüler aktiv zu begleiten.

Ziele und Maßnahmen
Stärkung der Kommunikation Lehrkräfte  Eltern
◊  wöchentliche Sprechstunden
◊  themenbezogene Elternabende
◊  Klassenelternabende
◊  regelmäßige Treffen Elternbeirat und Schulleitung
◊  regelmäßige Klausurtagungen zur Schulentwicklung mit Lehrkräften, Eltern und Schülern
◊  Willkommensfest „KARIBU“ für Schüler und Eltern der 5. Klassen
◊  rasche Mitteilung an die Eltern, wenn ihre Kinder Probleme haben.
Stärkung der außerunterrichtlichen Kommunikation Lehrkräfte ↔ Schüler
◊  Hilfe bei persönlichen Krisen und Leistungsproblemen durch den Schulpsychologen oder die Beratungslehrkraft
◊  monatliche „Zeit für uns“ Stunde in allen Jahrgangsstufen
◊  regelmäßige Klausurtagungen zur Schulentwicklung mit Lehrkräften, Eltern und Schülern
◊  halbjährliche Feedbackgespräche in den gebundenen Ganztagsklassen
◊  selbst entworfenes Logbuch (auch Hausaufgabenheft) in den gebunden Ganztagsklassen, das einen schriftlichen Informationsaustausch Eltern ↔ Lehrkräfte vorsieht.
◊ generelle Gesprächsbereitschaft und „offenes Ohr“ der Lehrkräfte
Stärkung der Kommunikation Lehrkräfte ↔ Lehrkräfte
◊  Jahrgangsstufenteams in den Hauptfächern zur Absprache der Unterrichtsinhalte und gemeinsamer Schulaufgaben
◊  regelmäßige Klausurtagungen zur Schulentwicklung
◊  zusätzliche Klassenkonferenzen
Stärkung der Kommunikation Lehrkräfte ↔ Schulleitung
◊  wöchentlicher Jour fixe zum Austausch
◊  monatlicher Austausch zwischen Personalrat und Schulleitung
◊  niederschwellige permanente Gesprächsbereitschaft von Seiten der Schulleitung

Anmerkungen und Ausblick
Seit vielen Jahren ist eine funktionierende Kommunikationsstruktur etabliert. Die in den gebundenen Ganztagsklassen implementierte Feedbackkultur (Lehrer ↔ Schüler) wird sehr gewinnbringend erlebt und sollte auch in den Regelklassen Einzug halten.


Handlungsfeld Kooperation
Für eine erfolgreiche Schulentwicklung ist die Kooperation von Lehrkräften, Schülern und Eltern unumgänglich. Diese muss kontinuierlich und stets zielgerichtet erfolgen.
Doch es ist zu eng gedacht, nur die Kooperation innerhalb der einzelnen Schule zu betrachten. Gerade wenn ein Schwerpunkt der Schulentwicklung die Unterrichtsentwicklung darstellt, ist die Vernetzung mit anderen innovativen Bindungseinrichtungen unumgänglich

Ziele und Maßnahmen
Intensivierung der Zusammenarbeit von Lehrkräften, Eltern und Schüler und weiteren pädagogischen Fachkräften
◊  Regelmäßige Klausurtagungen zur Schulentwicklung mit Lehrkräften, Eltern und Schülern
◊  Themenabende für Eltern und Schüler, organisiert durch den Elternbeirat
◊  Unterstützung der Eltern bei der Erziehungsaufgabe durch auf die Jahrgangsstufen angepasste Referate und Beratungsangebote an Elternabenden  (Lernen Lernen, Pubertät, Konzentration, etc.)
◊  Jahrgangsstufenteams in den Hauptfächern zur Absprache der Unterrichtsinhalte und gemeinsamer Schulaufgaben
◊  Kooperativseminar der 8. Klassen zur Vorbereitung des Projektunterrichts
◊  Halbjährliche Feedbackgespräche  mit Lernvereinbarungen in den gebundenen Ganztagsklassen
◊  Auch außerhalb der offiziellen Sprechstunden Angebot zum Austausch zwischen Eltern, Lehrern und der Schulleitung
Bildungspartnerschaften mit innovativen Schulen aus dem Bundesgebiet
◊  Mitarbeit im Ganztagsnetzwerk
◊  Netzwerk mit in der Unterrichtsentwicklung führenden Schulen Bayerns

Anmerkungen und Ausblick
Durch die stetige Schulentwicklung der letzten Jahre arbeiten Lehrkräfte, Eltern und Schüler konzeptionell bereits eng und vertrauensvoll zusammen. Diese Arbeit wird ergänzt durch die Netzwerkarbeit im Verbund mit Schulen, die sich ebenfalls der Unterrichtsentwicklung verschrieben haben.
In Zukunft sollen die vielfältigen Qualifikationen der Eltern vermehrt in das schulische Geschehen eingebracht werden.


Handlungsfeld Mitsprache
Kommunikation und Kooperation kann nur gelingen, wenn es eine echte Mitsprache aller in der Schule beteiligten Gruppen gibt.

Ziele und Maßnahmen
Unterrichtsentwicklung unter Einbeziehung von Lehrkräften, Schülern und Eltern
◊ Regelmäßige Klausurtagungen zur Schulentwicklung mit Lehrkräfte, Eltern und Schülern
◊ Gemeinsamer Besuch von Gymnasien, die sich der Weiterentwicklung der Unterrichtsmethodik verschrieben haben, durch Lehrkräfte, Eltern, Schüler/innen
◊ Mitgestaltung der Schulentwicklung durch das Schulforum (Schülersprecher, Elternvertreter, Lehrkräfte)

Anmerkungen und Ausblick
Durch die stetige Schulentwicklung der letzten Jahre ist die Kultur der Mitsprache fest in den Schulalltag verankert. Daher herrscht in diesem Handlungsfeld eine hohe Zufriedenheit aller am Schulleben beteiligten Gruppen.


D.    Qualitätssicherung

Um zu überprüfen, ob die in den einzelnen Handlungsfeldern genannten Ziele erreicht werden, werden diese bei den regelmäßigen Klausurtagungen, an denen Lehrkräfte, Schüler und Eltern teilnehmen, exemplarisch evaluiert. Dieses Monitoring führt immer wieder zu notwenigen Korrekturen der getroffenen Maßnahmen und  zur Formulierung neuer Ziele.

E.    Beteiligung der Schulgemeinschaft

Das Konzept der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft am Lessing-Gymnasium Neu-Ulm wurde gemeinsam von allen schulischen Gremien erarbeitet und vom Schulforum beschlossen.

 
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