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„Bücher aus dem Feuer"

Verbrannt, verboten, verbannt - die Namensliste der Schriftstellerinnen und Schriftsteller ist lang. Unzählige wurden ihrer Heimat und Arbeit beraubt, viele wurden ermordet oder in den Tod getrieben. Das darf nicht vergessen werden! Wir lesen gegen das Vergessen!

Buecher aus_dem_Feuer_2017

Getreu diesem Motto stellten zum 84. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten die Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums Neu-Ulm verfolgte Autorinnen und Autoren und ihre Werke im Auditorium der Stadtbücherei Neu-Ulm am Mittwoch, den 17. Mai 2017, auszugsweise vor. Denn schon seit einigen Jahren nimmt das Lessing-Gymnasium an der bundesweiten Aktion „Bücher aus dem Feuer" teil, um an die Dichter/-innen zu erinnern, deren Werke von den Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 öffentlich verbrannt und verboten wurden. In einem Unterrichtsprojekt haben sich die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen im Fach Deutsch jeweils gruppenweise mit einem Autor/-in und den Werken auseinandergesetzt, Recherchen angestellt, Zitate und Gedichte gesucht, einen Vortrag ausgearbeitet und schließlich die Ergebnisse nach einem vorbereitenden Rhetorikseminar der eigenen Klasse präsentiert.

Eine Auswahl dieser Präsentationen ergänzt durch interessante Beiträge rund um diese Thematik wurden nun allen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe sowie der Öffentlichkeit aus Eltern, Lehrern und Interessierten vorgestellt. Konkret wurden Erich Kästner, Erich Maria Remarque, Anne Frank und Kurt Tucholsky eine Stimme geliehen. Eingerahmt wurde diese sehr gelungene und abwechslungsreiche Präsentation durch die stimmungsvollen musikalischen Beiträge der ukrainischen Gastmusiker der Gruppe Artteso in Zusammenarbeit mit Frau Lenz sowie durch das Ausrufen der Feuersprüche, die am Tag der Bücherverbrennung 1933 öffentlich vorgelesen wurden und somit die Grundlage der Aktion bildeten. Als Schlussbild wurden all die Schriftstücke der betroffenen Autorinnen und Autoren von Schülerinnen und Schülern auf die Bühne getragen und symbolisch durch eine Rose bedeckt. Die Ausmaße und Folgen einer solchen „literarischen Säuberung" konnten so auf ganz unterschiedliche und ideenreiche Weise, sei es als fiktives Interview innerhalb einer TV-Show, durch das Hineinschlüpfen in eine dieser Personen oder durch das Nachspielen und Vorlesen geschriebener Stücke und Textpassagen greifbarer und verständlicher gemacht werden. Den Schülern ist es darüber hinaus gelungen, die einzelnen Persönlichkeiten zum Teil sehr intensiv und auf berührende Weise spürbar zu machen. Verbotene, teils vergessene oder ganz einfach nie vor diesem Hintergrund betrachtete Stimmen bekamen ihre Aussagekraft zurück.

Sonja Pellkofer, Yvonne Schöcklmann und Katharina Birk

 
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