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Team „SoccerXY" des Lessing-Gymnasiums reist "Down Under"

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An einem heißen Freitagnachmittag im Juni sitzen wir am Ulmer Hauptbahnhof. Wir, vier Schüler aus der zehnten Jahrgangstufe des Lessing-Gymnasiums und unser Schulleiter Martin Bader, wollen an der Roboterfußball-Weltmeisterschaft "RoboCup" in Sydney teilnehmen. Dieses Ziel verfolgen wir allerdings schon seit Beginn des Schuljahres. Da aus Deutschland nur zwei Teams zugelassen werden, mussten wir uns erst gegen die Konkurrenz aus Deutschland durchsetzen, was uns mit unserem Titelgewinn der Deutschen Meisterschaft in Magdeburg auch gelang. Gerade kommt eine Schulklasse aus einem Regionalzug von einem Schulausflug zurück. Nun, wir haben einen Schulausflug der etwas anderen Art vor. Zunächst wird uns der ICE nach Frankfurt bringen, von dort geht es mit Etihad Airways über Abu Dhabi nach Sydney. Dort werden wir zum dritten Mal an solch einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Viele Eindrücke, Erfahrungen wird diese Reise bringen, die Möglichkeit sich mit ähnlich interessierten Gleichaltrigen zu treffen und auszutauschen auch. Und natürlich werden wir sehen, wie sich unsere autonomen Roboter gegen die Besten der Welt schlagen werden.

"Time since depature: 4h 30min", "Time to destination 9h 34min" lese ich auf dem Bildschirm vor mir. Ich sitze im Airbus A380-800 auf dem Weg von Abu Dhabi nach Sydney und versuche zu schlafen. Immerhin trägt uns das größte Passagierflugzeug der Welt leise und ruhig durch die Nacht über dem Indischen Ozean, nach einem Langstreckenflug aber nochmals 14 Stunden in einem Flugzeug zu verbringen ist – zumindest in der Economy – nicht angenehm. Andererseits: Wann kommt man als Schüler schon mal eben zwei Wochen nach Australien? Das ist es in jedem Fall wert.

Der Flug ist überstanden, genauso haben wir schon die Oper und die Harbour-Bridge gesehen. Bereits seit acht Uhr sind wir in einer Messehalle in Sydney an unserem Platz im Team-Bereich und bereiten uns auf den morgen startenden Wettbewerb vor. Wir packen aus, richten uns ein, passen unsere Roboter an die Spielfelder und Lichtbedingungen an. Die Stimmung ist währenddessen bei fast allen Teams angespannt: In den nächsten Tagen wird zwischen den Spielen kaum genug Zeit sein, um größere Probleme zu beheben, außerdem ist die Ungewissheit groß: Kein RoboCup läuft wie geplant und man ist umringt von tausenden fremden Leuten.

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Mittlerweile ist der Wettbewerb vorüber. Von sieben Spielen konnten wir fünf gewinnen und sind Siebter von siebundzwanzig. Mit etwas mehr Glück wäre durchaus mehr möglich gewesen: Auf der letzten Weltmeisterschaft gewannen wir auch fünf von sieben Spielen und wurden Vierter – bei ähnlich vielen teilnehmenden Teams. Im Endeffekt zählt das aber wenig. Wen interessiert es wirklich, ob wir nun Siebter, Vierter oder Erster sind? Langfristig gesehen zählt der Austausch mit den anderen Teams. Hier kann man wirklich viel lernen: Dass es für uns geeignete Phototransistoren auch ohne Drahtanschlüsse und so wesentlich platzsparender gibt, dass eine Freilaufdiode vor Spannungsspitzen einer Spule schützt oder dass man den Ball in der Ballannahme nicht nur durch eine Lichtschranke, die vom Umgebungslicht abhängig ist, sondern auch durch die größere Leistungsaufnahme der Motoren, die durch die Reibung des Balls verursacht wird, erkennen kann. Nebenbei verbessert man sein Englisch ein wenig und trifft auf interessante und inspirierende Menschen aus aller Welt.

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Nach der Arbeit kommt das Vergnügen: Wir werden in die Blue Mountains fahren, nach Melbourne, die Great Ocean Road entlang und durch das Kangaroo Valley. Wenn man schließlich die hohen Kosten, die Anstrengungen und mittlerweile auch das schlechte Gewissen einer so langen Reise auf sich nimmt, will man auch etwas vom Land gesehen haben. Nach dem Rückflug geht dann alles wieder von vorne los: Neue Roboter wollen geplant, gebaut und programmiert werden, jüngeren Schülern und inzwischen auch vermehrt Schülerinnen Wissen weitergegeben werden. Denn das erste Turnier des nächsten Jahres ist bereits im Februar. Anstatt im International Convention Centre in Sydney am Hafen dann im Wolfgang-Eychmüller-Haus in Vöhringen am Hettstedter Platz.

Verfasser: Hense Julius (10b), Thierer Paul (10b), Brune Christoph (10c), Schummer Maximilian (10c)

 
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